Gefäßchirurgisches Zentrum Wien


Schwerpunkte

Die englische Übersetzung "points of main effort" beschreibt sehr gut was gemeint ist. Wir stellen Ihnen diejenigen Spezialitäten vor, bei denen wir qualitativ und quantitativ als "Experten" gelten.

Dies bedeutet jedoch nicht, daß wir nicht das gesamte Spektrum der Gefäßchirurgie, Allgemeinchirurgie und Abdominalchirurgie abdecken. Es sollen hier nur unsere Spezialitäten erwähnt werden. Detailierte Zahlen und Informationen finden Sie auf der Seite "Abteilung - Statistik".



CAROTIS - VERTEBRALIS CHIRURGIE
(Chirurgie der Halsschlagader, Schlaganfalltherapie)

Durch Gefäßverkalkung und Ablagerungen kann es zu Einengungen der Hirnschlagadern und in weiterer Folge zu einem Schlaganfall kommen. Die chirurgische Beseitigung dieser Gefäßverkalkung im Halsschlagadernbereich nach einem kleinen Schlaganfall oder einem "Schlagerl", aber auch ohne bisherigen Schlaganfall, kann einen solchen erfolgreich verhindern.

Wird die Arteria carotis durch eine Gefäßerkrankung über 70% eingeengt, so empfehlen wir jedenfalls die gefäßchirurgische Sanierung. Die Operation wird an unserer Abteilung im Rahmen einer speziell entwickelten lokalen Betäubung der gesamten Halshälfte durchgeführt. Die stationäre Aufenthaltsdauer beträgt 3-5 Tage.

Diagramm supraaortische Rekonstruktionen 1992-1998

Die Tabelle zeigt die Anzahl der an unserer Abteilung in den Jahren 1992-1998 durchgeführten Operationen dieser Art. Durch zeitgerechtes Management ist es uns gelungen die Komplikationsrate dieser Operation auf unter 2% zu senken.

RETROPERITONEALE BIFURKATION

Operationen an der Bauchschlagader bei allen Erkrankungen dieses wichtigen Blutleiters, wie zum Beispiel beim Aneurysma oder aber auch bei arteriosklerotischer Verstopfung der Bauchschlagader erfolgen bei uns auf dem schonenden Weg des "retroperitonealen" Zuganges.

Dabei wird der Bauchraum nicht von vorne eröffnet, sondern die operative Freilegung erfolgt von links seitlich hinter dem Bauchraum. Dadurch vermindern sich die postoperativen Komplikationen wie Darmlähmungen, Verwachsungen innerhalb des Bauchraumes sowie postoperative Narbenbruchbildungen.

Hunderte solcher Operationen in den letzten Jahren haben unsere Meinung über diese Art der schonenden Operation bestätigen können.

ANEURYSMA

Aneurysmen sind sackartige Ausweitungen von Schlagadern. Die gefürchtetste Komplikation ist das Zerplatzen so einer Schlagader, wodurch es zur unmittelbaren Lebensgefahr kommt. Die häufigste Lokalisation von Aneurysmen liegt in der Bauchschlagader.

Je nach Form dieses Aneurysmas erfolgt die operative Behandlung. Entweder über das Einführen einer Gefäßprothese über die Leistenschlagader ("Endograft"), um das Aneurysma aus dem Kreislauf auszuschalten, oder es wird die sogenannte "offene Operation" durchgeführt.

An unserer Abteilung wird die offene Operation nicht durch Eröffnung der Bauchhöhle, sondern durch einen operativen Zugang links seitlich durchgeführt. Dieser Zugang bietet den Vorteil, daß in der postoperativen Phase signifikant weniger Probleme auftreten als würde man die Operation durch Eröffnung des gesamten Bauchraumes durchführen. Modifikationen dieses operativen Zuganges sind an der Abteilung entwickelt worden. Dadurch konnte der postoperative Krankenhausaufenthalt deutlich auf durchschnittlich 10 Tage gesenkt werden.

Aneurysmen in anderen Regionen des Körpers (jedenfalls außerhalb des Kopfes) können durch einfachere Methoden operativ beseitigt werden. Die Wiederherstellung der Durchblutung wird dann durch eine Bypassoperation gewährleistet.

Eine eingehende Beratung über Ihr Aneurysmaproblem erhalten Sie jederzeit in unserer Gefäßchirurgischen Ambulanz oder bei allen Fachärzten der Abteilung persönlich.

SHUNTCHIRURGIE

Eine der größten nephrologischen Abteilungen Wiens und die zunehmende Zuweisung von Problemfällen auswärtiger Institutionen machte es sinnvoll, daß 2 Chirurgen sich besonders der Zugangschirurgie widmen.

Die Patientencharakteristik hat sich in den letzten Jahren eindeutig zum schlechteren Gefäßstatus hin gewandelt. Die Verantwortung für die "Lifeline" dieser Patienten sollte daher in unseren Augen in der Hand bereits fortgeschrittener Gefäßchirurgen liegen, die einerseits mit der speziellen Problematik von Dialysezugängen vertraut und andererseits in diesem Teilgebiet der Gefäßchirurgie mit Hingabe zu arbeiten gewillt sind.

CRURALE und PEDALE BYPASSCHIRURGIE

Um dem immer häufigeren Auftreten des peripheren Verschlußtyps gerecht zu werden, führen wir in den letzten Jahren bei drohendem Beinverlust nicht nur crurale, sondern bei entsprechender Angiomorphologie auch pedale Rekonstruktionen in steigendem Ausmaß durch.

Als Gefäßersatzmaterial kommt hierfür in allererster Linie die autologe Vena saphena magna in Frage. Ist diese nicht mehr vorhanden, kann auch auf alternative Venensegmente oder alloplastisches Material zurückgegriffen werden.

Das Verhindern einer großen Amputation bedeutet für den Patienten in physischer und psychischer Hinsicht einen enormen Gewinn an Lebensqualität.

VARIZENCHIRURGIE - KRAMPFADERNLEIDEN

Wir bieten alle modernen und wissenschaftlich anerkannten Operationsmethoden an. Unsere Kapazität ist allerdings auf ca. 200 Eingriffe pro Jahr beschränkt. In den Monaten Juli/August ist "Klimapause".

Die Organisation erfolgt über die Ambulanz mit:

  1. Ambulanter phlebographisch-angiologischer Abklärung
  2. Ambulanter internistischer Voruntersuchung zur Operation bzw. Narkosefreigabe (Allgemeinanästhesie, Spinalanästhesie)
  3. Die Gesamtaufnahmedauer beträgt 2 Tage. Aufnahme am Operationstag.

    Entlassung am Vormittag des 1. postoperativen Tages
    mit angelegtem Kompressionsstrumpf für 10 Tage.

    Nahtentfernung am 10. postoperativen Tag in unserer Gefäßambulanz.

Anschließend ca. 4 Wochen tagsüber Kompressionsstrumpf. Ambulante Nachkontrollen je nach Verlauf in der Gefäßambulanz.

MINIMAL INVASIVE CHIRURGIE

Weltweit die erste laparoskopische Cholecystektomie mittels eines speziell entwickelten Trokars wurde 1985 von Mühe in Deutschland durchgeführt. Durch eine Klage der Staatsanwaltschaft gegen ihn wurde die Weiterentwicklung der Technik in Deutschland zunächst gebremst.

1987 wurde von Mouret in Frankreich die erste laparoskopische Cholecystektomie mittels Mehrtrokartechnik und Fernsehmonitoring durchgeführt. Durch die Pionierarbeit von Perissat in Frankreich, Reddick in den USA, Cushieri in Großbritannien, Klose, Götz und Troidl in Deutschland kam es zu einer explosionsartigen und flächendeckenden Verbreitung dieser neuen Technik. Mittlerweile wurden sämtliche Abdominalorgane minimal invasiv operiert.

Routinemäßig werden an unserer Abteilung vor allem Cholecystektomien minimal invasiv durchgeführt.

HERNIENCHIRURGIE

Ein wichtiger Teil unseres allgemeinchirurgischen Spektrums ist die Hernienchirurgie.

Bauchwand- und Narbenhernien werden je nach Ausdehnungsgrad und Rezidivierung mit oder ohne Vikrylnetzeinlage versorgt.

Leistenhernien werden h.o. vorzugsweise in Lokalanaesthesie operiert. Sowohl die klassische Shouldice-Operation als auch der "tension free repair" dieser Bruchlokalisation mit Hilfe der Operation nach Lichtenstein kommen zur Anwendung.

RETROPERITONEALE TUMORE

Tumore des Retroperitoneums, ob gutartig oder bösartig, beeinträchtigen fast immer die großen Blutleiter wie die untere Hohlvene oder die Bauchschlagader. Um bei einer Operation eine radikale Tumorentfernung zu erreichen, ist es oft notwendig sowohl die Bauchschlagader als auch die untere Hohlvene zu entfernen.

Der Ersatz dieser lebenswichtigen Schlagadern erfolgt durch moderne Kunststoffprothesen, wodurch die Durchblutungssituation des Körpers wieder voll hergestellt werden kann.

Die Kombination aus Tumorchirurgie und Gefäßchirurgie hilft somit entscheidend zur Verbesserung der Lebensqualität. Es handelt sich dabei wohl um seltene, aber großchirurgische Operationen, die schwerpunktmäßig durch Zusammenarbeit vieler Fachrichtungen an unserer Abteilung mit ausgezeichnetem Erfolg durchgeführt werden.

INSULINPUMPENSYSTEME

kommen vorwiegend beim Typ I Diabetiker mit subcutaner Insulinresistenz nach Abklärung durch die III.Medizinischen Abteilung Krankenhaus der Stadt Wien Lainz Beta-Zelle zum Einsatz.


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